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Malteser Hospizdienste Dortmund

Fabian und Ben* tauchen unter

17.10.2018
1. Beatrix Alze-Biermanns, 1. Vorsitzende des TSC Dortmund e.V. 1959, und Annika Dönhoff Koordinatorin im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser Dortmund. Foto: Silke Renner

Fabian, 10 Jahre, und Ben, 13, wissen: einer ihrer nahen Angehörigen ist unheilbar krank. Wenn Bruder oder Schwester, Mama oder Papa, Oma oder Opa unheilbar erkrankt ist, dann kann das die jungen Angehörigen emotional sehr stark belasten. Regelmäßig organisieren daher die Malteser Hospizdienste St. Christophorus in Dortmund kleine Auszeiten für junge Angehörige. Diesmal ermöglichte der Tauchsportclub Dortmund e.V. 1959 mit der Einladung zum Schnuppertauchen einen spannenden Abend.

Um 19:30 Uhr warten Fabian und Ben, beide absolut sportbegeistert, schon aufgeregt im Eingangsbereich des Hallenbads in Dortmund-Brackel. Auch ihre Väter sind mitgekommen. Wolfgang Wurm, erfahrener Taucher mit Trainer C Lizenz beim TSC Dortmund, begrüßt die vier. Da gerade Hochbetrieb herrscht, nimmt er die kleine Gruppe mit in eine ruhigere Ecke. Hier gibt es für die Schnuppertaucher direkt eine Einheit Theorie: Was bedeutet „Druckausgleich“? Warum ist das so wichtig und wie wird das genau gemacht? 

Doch grau ist alle Theorie. So geht es schnell weiter in die Umkleide und dann direkt an den Beckenrand: Flossen, Brillen und Jacket –Wolfgang Wurm sucht die passende Taucherausrüstung für die kleinen und großen Taucher aus. Die Aufregung steigt: Denn jetzt wird das Drucklufttauchgerät, bestehend aus einer Druckluftflasche, einem Atemregler und dem Jacket zusammengebaut. „Kann man damit wirklich Unterwasser atmen?“ fragen sich die beiden Jungs. Einige Bedenken stehen ihnen ins Gesicht geschrieben.

Doch dafür bleibt kaum Zeit: Mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern ziehen sie die Ausrüstung an und dann geht es hinein ins Becken. An ihrer Seite sind drei erfahrene Taucher des TSC Dortmund. Eine Dreiviertelstunde lang gewöhnen sich die Schnuppertaucher an das Tauchen mit dem Druckluftgerät. Mit zunehmender Routine schwinden die Bedenken. Und dann kommt auch der Spaß nicht zu kurz: Unter Wasser spielen sie sich einen mit Salzwasser gefüllten Ball zu. „So tief bin ich noch nie getaucht“, berichtet Fabian stolz, als er zwischenzeitlich kurz auftaucht. An der tiefsten Stelle ist das Becken 3 ½ Meter tief.

„Wenn junge Angehörige mit anderen Kindern und Jugendlichen, die auch ein unheilbar erkranktes Familienmitglied haben, etwas unternehmen, einfach eine schöne Zeit erleben, dann nehmen sie eine tolle Auszeit. Das tut einfach gut“, sagt Annika Dönhoff Koordinatorin im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser in Dortmund. Sie freut sich, dass der Verein diese Auszeit ermöglicht. „Dabei genügt oft schon das Wissen, dass es den anderen in der Runde ähnlich geht und man nichts groß erklären muss.“

Fabian und Ben haben jedenfalls heute einen spannenden Abend gehabt. Als Erinnerung nehmen sie eine Tauch-Urkunde mit – und sogar Fotos, die mit einer speziellen Unterwasserkamera aufgenommen wurden.

Insgesamt begleiten die Hospizdienste der Malteser 11 minderjährige Angehörige von unheilbar erkrankten Menschen. Klettern im Hochseilgarten, Bogenschießen, gemeinsam Plätzchen backen oder eine Runde Monopoly spielen – die Malteser richten sich ganz nach den Bedürfnissen der jungen Menschen. Der nächste Aktionstag für junge Angehörige findet Anfang 2019 statt. Weitere Infos dazu unter

*Namen geändert

Autor: Frank Kaiser

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