Navigation
Malteser Hospizdienste Dortmund

Rückblick: Vorbereitungskurs ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen 2020

Unser „Nomadenkurs“

29.01.2021

Ein kurzer Rückblick auf den diesjährigen Vorbereitungskurs der ehrenamtlichen Hospizbegleiter in Dortmund unter Corona-Auflagen

 

Es war am Ende des vergangenen Jahres (2019), als die ersten Vorgespräche hinsichtlich des verkürzten Grundkurses für die ehrenamtliche Hospizbegleitung stattfanden, der eigentlich von Februar bis Juni laufen sollte. Das war vor Corona.

Ende Februar fand das erste Treffen im Zuge des Grundkurses statt, damals noch als Gruppe mit einigen Teilnehmern mehr, in den Räumlichkeiten der Malteser Hospizdienste in der Amalienstraße. Corona war zu dem Zeitpunkt bereits in aller Munde und warf auch bei diesem ersten Treffen Fragen auf, was den geplanten Ablauf und die praktische Durchführung des Grundkurses sowie die angestrebte ehrenamtliche Tätigkeit danach anging. Kleine und große Themen. Konnte während der abschließenden Gesprächsrunde eine Holzkugel weiterhin bedenkenlos von Hand zu Hand weitergereicht werden? War es überhaupt vernünftig, den Kurs unter dem Vorzeichen eines drohenden Lockdowns anzugehen?

Kurz darauf, gut zwei Wochen später, um genau zu sein, kam dann der Lockdown. Und damit war erst einmal Schluss mit unserem Grundkurs. Zum Glück gab es auch im Folgenden regelmäßige E-Mails und Post von den Maltesern, aufmunternde Worte, ein Büchlein mit Gedichten – kleine Momente der Nähe, trotz körperlicher Distanz.

Im Juni war es dann endlich soweit und konnte der Grundkurs fortgesetzt werden.

Unter Einhaltung der Corona-Auflagen fanden wir uns fortan im Atrium der BIG am Dortmunder U ein, mit vielen Unsicherheiten, Fragen und vor allem mit gefühlt sehr viel Abstand.

Wo es in der Amalienstraße noch gemütlich und nahezu familiär anmutend zugegangen war, saßen wir nunmehr mit Abstand und Gesichtsmasken im Kreis und tendierten zunächst dazu, lange Wege innerhalb dieses sehr großen Raums in Kauf zu nehmen, im Zuge des allgemein bereits gängig gewordenen körperlichen Ausweichverhaltens, um die Sicherheit aller und somit auch die Kontinuität des Grundkurses zu wahren.

Die Lockerungen, der Alltag mit Corona waren noch recht neu, und auch die Inhalte des Grundkurses mussten diesbezüglich überdacht und zum Teil neu oder anders konzipiert werden. Maske auf, Maske ab, weniger Bewegung im Raum im Zuge der Übungen, kein Körperkontakt, statt Personenaufstellungen der Einsatz von Playmobilfiguren, keine gemeinsamen Mahlzeiten am Tisch.

Gegenläufig dazu wurden indes die Inhalte mit jedem Treffen persönlicher und herausfordernder; vor allem im Vertiefungskurs, der zum Glück direkt im Anschluss an den Grundkurs während der Sommermonate stattfinden konnte.

Noch einmal gab es einen Umzug; dieses Mal vom Atrium der BIG in die Werkhalle des Uniongewerbehofs an der Huckarder Straße. Wieder fanden wir uns also an einem neuen Ort zusammen. Auch hier wurde gemessen, wurde jedes Mal Material in Rollwagen und Kisten verpackt. Trotz aller Auflagen wurde aber auch immer wieder eine schöne Mitte für unsere Gesprächsrunde gestaltet, Ruhepunkt inmitten des Tohuwabohus aus Desinfektionsmitteln, Gesichtsmasken, Feuchttüchern und Hygieneanweisungen.

Gerade zum zentralen Thema des Vertiefungskurses passte unser „Nomadenkurs“ sehr gut, denn immerhin stand hier die Bibelgeschichte „Heilung aus Lähmung“ zentral.

Für mich war es immer wieder ein Losgehen, ein sich auf den Weg machen, auch um dieser durch Corona bedingten Angststarre und Unsicherheit etwas entgegen zu setzen. Vieles war anders während dieses Vorbereitungskurses, aber die Inhalte und die eigentliche Nähe unter den Teilnehmern blieben davon zum Glück unberührt, was maßgeblich der engagierten und herzlichen Kursleitung von Claudia Tekampe und Bernhard Dany geschuldet war, deren Offenheit, Ehrlichkeit und Humor gerade während dieser besonderen Zeit eine solche Gratwanderung überhaupt erst möglich gemacht haben.

Für viele Lebensbereiche, aber auch für die nunmehr anstehende Praxis der ehrenamtlichen Hospizbegleitung, nehme ich aus diesem Kurs vor allem Folgendes mit:
Auch auf Abstand kann man sich auf Nähe einlassen.

Mareike Jule Winkelmann, Teilnehmerin

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE15370601201201216024  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7